Anthonomus rubi, Erdbeerblütenstecher

Der Erdbeerblütenstecher kann beim Anbau von Erdbeerfrüchten enormen Schaden anrichten.
30-04-2020

Diesen Monat widmen wir uns dem Erdbeerblütenstecher. Der Erdbeerblütenstecher und der Erdbeerstengelstecher werden oftmals verwechselt. Der Blütenstecher ist etwas kleiner, aber den größten Unterschied bilden die Fühler. Der Erdbeerstengelstecher hat nämlich im Gegensatz zum Erdbeerblütenstecher keine gebogenen Fühler.

Erdbeerblütenstecher

Der Erdbeerblütenstecher ist ein Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer. Er ist etwa 2 bis 4 mm lang und wird bei Temperaturen ab 18 °C aktiv. Diese Sorte kommt in ganz Europa, von Nordafrika bis zur Spitze Skandinaviens und im Osten bis nach China vor. Erwachsene Käfer gibt es das ganze Jahr über. Sie werden ab März oder April aktiv und vermehren sich sehr schnell. Die meisten Käfer gibt es irgendwann zwischen Ende Mai und Anfang Juni, aber bis in den September hinein sind sie noch überall zu finden.

Lebensräume

Zu den typischen Lebensräumen gehören verwilderte Wiesen, brachliegende Grundstücke, Gehölzstreifen und Hecken. Die Käfer entwickeln sich auf diversen holz- und krautartigen Pflanzen aus der Familie der Rosaceae, die 3000 bis 4000 Sorten umfasst, zum Beispiel Geum, Potentilla, Fragaria, Rosa, Rubus, Cotoneaster und viele andere. Frisch geschlüpfte Käfer ernähren sich zuerst von Blättern, bevor sie sich an die Blüten machen. Eier werden im April gelegt, wobei das Weibchen ein kleines Loch in eine ungeöffnete Blütenknospe macht und ein einziges, leicht durchsichtiges Ei legt.

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Die Düngung könnte eine Rolle für die Attraktivität der Pflanze spielen

Die Larve

Die Larve ist etwa 3 bis 4 mm groß, hat einen hellbraunen Kopf und nimmt die Form des Buchstabens C an. Die Larve frisst die ganze Blütenknospe leer, sicher geschützt vor der Außenwelt. Nach zwei Wochen ist die Larve ausreichend gewachsen und verpuppt sich. Wieder zwei Wochen später erscheinen die neuen Käfer. Sie haben es vor allem auf Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren abgesehen, wobei manchmal Ernteeinbußen von mehr als 60 Prozent zu verzeichnen sind.

Gibt es wirksame Gegenmaßnahmen?

Natürlich hat es bereits mehrere Forschungen zum Verhalten der Käfer gegeben. Diese haben gezeigt, dass in der Nähe von Waldrändern der größte Schaden angerichtet wurde. Die Intensität verringert sich mit zunehmendem Abstand vom Waldrand. Auch entstanden in älteren Anbaugebieten massivere Schäden als in jüngeren. Und es wurden rassespezifische Unterschiede festgestellt.

Wie findet der Käfer seinen Weg zur Pflanze? Die Fühler der Käfer sind mit  „Empfänger-Neuronen“ ausgestattet. Damit können sie von der Pflanze abgesonderte Düfte auffangen. Derartige Signale sind durchaus üblich und wahrscheinlich Teil der normalen Kommunikation zwischen Pflanze und Insekt. Diese Signale werden  von abiotischen Faktoren (Klima, Wetter, Temperatur) und biotischen Faktoren (wenn sie zum Beispiel angefressen wird, sondert die Pflanze Stoffe ab, die natürliche Feinde anziehen) beeinflusst.

Im spezifischen Fall des Erdbeerblütenstechers wurden diverse Sigale entdeckt, die von der Pflanze abgegeben und von den Rezeptoren des Käfers empfangen werden. Wo der Käfer frisst, ist eine Änderung der Substanzen feststellbar, es werden aber auch größere Mengen freigesetzt. Was das genau bedeutet, ist noch unklar. Einerseits könnte es sich dabei um eine Einladung zu einer Begegnung (sprich: Sex) handeln, andererseits könnte dies auch eine Warnung sein, die Knospe zu meiden, da diese bereits angestochen wurde.

Was eine Rolle spielen könnte

Düngung könnte bei der Anziehungskraft der Pflanze eine Rolle spielen. Schließlich haben Insekten spezifische Ernährungsbedürfnisse. Möglicherweise enthält der Dünger das, was der Käfer benötigt und von dem die Natur weniger hergibt. Neben Aminosäuren sind vor allem Stickstoff und Phosphor  wichtige Bausteine für den Aufbau des Insektenkörpers.

Aus dem Vorstehenden geht auch hervor, dass Duft bei der Kommunikation zwischen Pflanze und Insekt eine Rolle spielt. Vielleicht kann Duftmaskierung mittels Besprühung dazu beitragen, die von der Pflanze ausgesandten Signale zu tarnen.

Jedenfalls gibt es auf diesem Gebiet noch viele offene Fragen.

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Siehe das Bild für das vereinfachte Lebenszyklusdiagramm von Anthonomus rubi.

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